Von Guido von Görres. Aus einem Lesebuch von 1894, den waidmännischen Jägern und den ehrenhaften Hubertusschützen zum Gruß. Abgeschrieben 1980 von Peter Weitz sen.


Hubertus ritt mit Speer und Hund, zu jagen Hirsch und Reh,
Die Wälder aus, die Wälder ein, zum spiegelhellen See,
Wie schallt so laut das stille Tal von Ruf und Hörnerklang,
Jetzt springt gehetzt der weiße Hirsch vom hohen Felsenhang.

Das Jagen ist Huberti Lust, es geht durch Feld und Hag,
Und jagen möcht er immerfort bis an den Jüngsten Tag,
Er jagt hinan und jagt hinab vorbei die steile Wand,
Bis in der engen Felsenkluft der Hirsch gefangen stand.

Hubertus zielt mit scharfem Speer dem Hirschen nach der Brust,
Da sinket ihm die starke Hand, da bricht die wilde Lust,
Denn hell vom Haupt des Tieres blickt zu ihm ein Kreuzesbild,
Es trifft ein Pfeil des Waidmanns Herz und macht das Wilde mild.

Hubertus beugt sich vor dem Herrn, sein Jagen ist gestillt,
Die Ewigkeit, die Seligkeit ist nun sein einzig Wild,
Ein Jäger Gottes ward er da, geehrt im Himmelreich,
Ihr frommen Jäger ruft ihn an, er betet dort für Euch.